Magyar Internetes Agrárinformatikai Újság No 2HU ISSN 1419-1652

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Forschungsbedarf vor und nach der Realisierung des Testbetriebsnetzes

Zilahi-Szabó, Miklós Géza

1 Vorbemerkungen

Die erwartete und angestrebte EU-Mitgliedschaft Ungarns wirft eine Reihe wichtiger Fragestellungen auf, von denen die Beteiligten einerseits und die Forschungseinrichtungen andererseits betroffen sind. Bereits die erste Veranstaltung dieser Art im Januar 1994 über das Thema "Egységes információs rendszer alapjai a mezõgazdaságban" (Grundlagen eines vereinheitlichten Informationsnetzes in der Landwirtschaft) hat eine Vielzahl von Ansätzen erarbeitet, die der Entwicklung eines Testbetriebsnetzes dienten.

Ihre zwischenzeitlichen Realisierungen entziehen sich meinen Kenntnissen. Aus diesem Grunde bleibt aus meiner Sicht offen, ob die nachfolgenden Ausführungen die (noch) offenen Forschungsthemen vollständig ansprechen oder welche Themen anführen, für die das Prädikat "in Bearbeitung", "in Vorbereitung" gelten.

Aus diesem Grunde werde ich die aus meiner Sicht gültigen und notwendigen Themen ausarbeiten und einer Systematik zuordnen. Die Diskussion soll dann ergeben, wo diese Bedürfnisse zwingend bestehen und wie sie gedeckt werden können.

Eine weitere Frage sollte aus meiner Sicht eindeutig klargestellt werden, und zwar die Beteiligung ausländischer Experten, insbesondere in bezug auf die Übertragung von Forschungsaufgaben an diese Experten bzw. deren Organisationen. Ich denke, die GATE und die anderen Forschungseinrichtungen im Lande sind heute durchaus in der Lage, die notwendigen Aufgaben personell, technisch, methodisch, also sachgerecht wahrzunehmen. Und die finanzielle Unterstützung könnte hier sachgerechter verwandt werden.

Ich bin kein Befürworter ausländischer Experten und Teams, weil die Einsatzerwartungen im Regelfall nicht erfüllt werden und nicht erfüllt werden können. Warum? Dazu folgende, nicht auf vollständige Argumentation ausgelegte Begründung.

Das gegenwärtig eingesetzte Informationsnetz der EU, ebenso ihrer Mitgliedstaaten und Länder realisiert aus der Tradition heraus eine Vielzahl von Systemfehlern, deren Übernahme nur bis zur Einhaltung der EU-Vorschriften zu verantworten ist. Darüber hinaus sind jedoch Systemfehler zu vermeiden. Es sind alle Möglichkeiten offen, bestehende Systemfehler nicht zu multiplizieren, nicht zu übernehmen. Statt dessen sollten die eigenen, die ungarischen Eigenarten - bezogen auf die Daten, auf die Methoden, auf die Kennzahlen, auf die Auswertungen etc. - Anwendung finden. Und hier sind die eigenen Eigenarten kennende Personen und damit die Mitarbeiter der Forschungseinrichtungen Ungarns gefragt und nicht ausländische Experten, die sich erst in diese Eigenarten einarbeiten müßten. Eine Handlung, die erfahrungsgemäß nur in den seltensten Fällen gelingt. Dazu ein in der Presse bekannt gewordenes Beispiel aus Polen; nicht aus Ungarn, weil in den dem Referenten bekannt gewordenen Fällen subjektive Eindrücke einschleichen könnten.

Eine in Polen durchgeführte Nachprüfung von durch ausländische Teams erarbeiteten Gutachten hat etwas erschütterndes ergeben: Nur ein Gutachten aus 97 war als "nützlich" eingestuft worden, die anderen 96 waren entweder "interessant, jedoch bekannt" oder "unbrauchbar".

Diese Zahl spricht eine eindeutige Sprache.

2 Die Ausgangssituation

Zur Skizzierung der Ausgangssituation werden nachfolgend einige Thesen vorgegeben:

Gegeben sind ...

.......  die Ziele mit EU-konformem Informationsnetz auf drei Ebenen (Was soll realisiert werden?)

.......  das Vorgehen, die Methoden und die Techniken (Wie soll vorgegangen werden?)

.......  der Zeitpunkt und damit der Zeitrahmen (Wann soll das Informationsnetz funktionieren?)

.......  die Beteiligten: Ministerium, AKI, Beratungsunternehmen, Betriebe (Wer ist beteiligt; welche Aufgaben übernimmt wer?)

.......  schließlich die Anwendung, die Nutzung auf drei Ebenen (Wofür werden die Informationen des Informationsnetzes verwandt?)

Nicht gegeben sind ...

.......  die Bereitschaft der Verantwortlichen, Änderungen im Informationsnetz einzuführen

.......  die Mitwirkung, die Einbeziehung von Forschungseinrichtungen (Wer leistet Forschungsdienste?)

.......  die Informationsnetz-bezogenen Aufgaben der Forschungseinrichtungen (Was soll vorbereitend und was soll begleitend erforscht werden?)

......  die Auswirkungen Informationsnetz-bezogener Forschungen auf die Lehre (Welche Auswirkungen haben diese Forschungen?)

Bekannt sind ...

.......  wie das Informationsnetz funktioniert

.......  wie in den EU-Ländern Testbetriebe ausgewählt werden

.......  wie die Daten in den Testbetrieben erhoben werden

.......  mit welchen Methoden die Daten ausgewertet (auch "manipuliert") werden

.......  nach welchen Gesichtspunkten die Ergebnisse interpretiert werden

.......  wie die interpretierten Ergebnisse in Maßnahmen überleitet werden

Bekannt sind auch Fehler, die in den EU-Ländern gemacht werden ...

.......  in der Auswahl der Testbetriebe

.......  in der Gruppierung der Testbetriebe

.......  in der Bewertung und in der Wertanpassung der Buchführungsdaten

.......  in der Kennzahlenbildung

Gegeben sind seitens der verantwortlichen Organe ...

.......  Unwilligkeit, Änderungen vorzunehmen

.......  wissenschaftliche Erkenntnisse umzusetzen

.......  Forschungen zu unterstützen

.......  das Informationsnetz im Bedarfsfalle auch zu erneuern

Gegeben sein sollten

.......  das für die EU erforderliche Informationsnetz

.......  das für das Land notwendige und sinnvolle Netz mit zusätzlichen Informationen

.......  die für die Betriebsberatung notwendigen und sinnvollen Informationen

.......  die Einbeziehung von Forschungseinrichtungen mit festen Aufträgen

.......  eine differenzierte Zielorientierung

.......  sachgerechte Gruppenbildung - auch mit Leitbetrieben als Vergleichsgruppen

.......  statistische Absicherung der berechneten Kennzahlenwerte

.......  eine aufgabengerechte Methode zur Auswahl von Erfolgsbetrieben (Leitbetrieben)

.......  statistische Tests mit Kennzahlenbildungen

.......  Leitkennzahlen

3 Folgerungen aus der Ausgangssituation

Drei Szenarien sind für die nachfolgende Diskussion von Bedeutung:

Ansonsten würden alle Vorgaben der EU gelten:

  • die Zahl der Testbetriebe
  • das Auswahlverfahren
  • die Buchführungsrichtlinien
  • die Erhebungs- und Aufbereitungstechniken
  • der Lieferungstermin
  • die Lieferungsform
  •  

    Ansonsten würden alle

    Vorgaben der EU gelten:

    Zusätzlich würde

    Forschungsbedarf entstehen:

    • die Zahl der Testbetriebe
  • statistische Tests (Varianz, Streuung)
  • das Auswahlverfahren
  • Leitkennzahlen
  • die Buchführungsrichtlinien
  • Leitbetriebe
  • die Erhebungstechniken
  • die Aufbereitungstechniken
  • Leitbetriebsgruppen
  • Alternative zum Standarddeckungsbeitrag
  • der Lieferungstermin
  • multivariate Clusteranalyse
  • die Lieferungsform
  • Erarbeitung von Hypothesen
  •  

    Ansonsten würden alle

    Vorgaben der EU gelten:

    Zusätzlich würde

    Forschungsbedarf entstehen:

    • die Zahl der Testbetriebe
  • Überprüfung der Häufigkeitsverteilungen
  • das Auswahlverfahren
  • Ermittlung statistischer Abhängigkeiten
  • die Buchführungsrichtlinien
  • Formen von Zufallsstichproben
  • die Erhebungstechniken
  • die Aufbereitungstechniken
  • Wertungen in homogenen und nicht-homogenen Gruppen
  • der Lieferungstermin
  • Kennzahlen mit ähnlichem Verlauf
  • die Lieferungsform
  • Situationsvergleich; Verlaufsvergleich
  •  

    4 Eignung des Informationsnetzes

    Das Informationsnetz eignet sich für die Gewinnung einer Vielzahl von Informationen, die in makroökonomischen und agrarpolitischen Überlegungen ihren Niederschlag finden können. Hinzu kommen Unterstützungsaufgaben von Beratungsorganisationen, ebenso von Finanzierungsaufgaben, schließlich Aufgaben in der Hochschulausbildung. Darüber hinaus sind jedoch starke Einschränkungen anzumelden, ja sogar eher "Absagen" zu registrieren.

    Um diese Aussagen zwecks Ableitung des Forschungsbedarfs zu verdeutlichen, werden drei Eignungsprofile des Informationsnetzes mit einigen Beispielen eingeblendet unterschieden; gleichzeitig werden die Forschungsbedürfnisse der drei Szenarien eingebunden:

     

    geeignet

    - wenig Forschungsbedarf -

    bedingt geeignet

    - Forschungsbedarf -

    nicht geeignet

    - wenig Forschungsbedarf -

    Strukturen

    • Vermögen
    • Kapital
    • Arbeitskräfte

    Ermittlung

    • Produktionskosten
    • Kostenstrukturen
    • Leistungen
    • Leistungsstrukturen
    • Standarddeckungsbeitrag

    Aussagen zur Umweltbilanz

    Strukturen

    • Aufwendungen
    • Erträge

    Bestimmung

    • Repräsentanz zur
    • Grundgesamtheit
    • Zufallsstichprobe
    • Häufigkeitsverteilungen
    • statistische Abhängigkeiten
    • Hypothesenbildung
    • multivariate Clusteranalyse

    Gewinnung von produktionstechnischen Daten

    wirtschaftliche

    • Lage
    • Entwicklung

    Basis für Expertensysteme

    • Streuungen, Mittelwerte
    • Varianzen

    Daten über die natürlichen Produktionsbedingungen

    Verschuldung

    • Lage
    • Entwicklung

    Gewinnung von Planungsdaten

    • rollierende Rechnungen
    • Fortschreibungen
     

    Arbeitsproduktivität

    Ergebnisübertragung auf nicht-buchführende Betriebe

     

    Investitionsbedarf

    Auswirkungen von

    Förderungsmaßnahmen

     

    Betriebsgröße, Entwicklung

    Bedarf an

    Förderungsmaßnahmen

     

    Erzeugung

    • pflanzliche
    • tierische

    Arbeiten mit

    • homogenen und
    • nicht-homogenen Gruppen
     

    Gesamtrechnung

    • volkswirtschaftliche

    Methodik zur Bildung von

    • Leitbetrieben (-gruppen)
    • Leitkennzahlen
     

    5 Der Forschungsbedarf

    Der Forschungsbedarf wird aus den Eignungsprofilen des Informationsnetzes (siehe Abbildung) abgeleitet. Danach sind Forschungen hauptsächlich in den "bedingt geeignet" ausgewiesenen Eignungen des Informationsnetzes erforderlich, also:

    Zum Abschluß der Aufzählungen ist festzustellen, daß die gegenwärtigen Informationsnetze hauptsächlich daran kranken, daß sie

    6 Der Lehrbedarf

    Aufgrund der aufgeführten Forschungsbedürfnisse sind keine zwingenden Besonderheiten für die Lehre anzumelden. Die Frage der Informationssysteme und damit auch die Frage von Informationsnetzen läßt sich in den Lehrveranstaltungen Wirtschaftsinformatik abdecken. Dazu zählt auch die Frage der Datenbanken als Informationspools.

    Die Fragen der Kennzahlen, Leitkennzahlen etc. müßten in den Lehrveranstaltungen Rechnungswesen abgehandelt werden. Möglicherweise wäre hier das volkswirtschaftliche Rechnungswesen zu nennen, das in der Volkswirtschaftslehre abgehandelt wird.

    Schließlich gehören die methodischen Fragen der Statistik, wie Homogenität, Clusteranalyse, Stichprobe etc. in die Lehrveranstaltung Statistik.

    Mit anderen Worten: Normalerweise wären die heute erforderlichen Grundlagen abgedeckt. Es ist eine andere Frage, inwiefern die Notwendigkeit besteht, aus diesen drei Disziplinen eine Wahlveranstaltung zu bilden, die anwendungsorientiert, am Beispiel von Informationsnetzen ausgerichtet wird. Dies schließt natürlich nicht aus, daß aus den genannten Forschungsaktivitäten zusätzliche Inhalte für die bestehenden Lehrveranstaltungen entstehen. Dies hängt von den gegenwärtigen Inhalten ab. Und diese wurden in den vorangestellten Aussagen unterstellt.

    Wo wird manipuliert?
    - Beispiele -

    1. Abgabe des Programms "Plausibilitätskontrolle" an die Datenlieferanten
    2. "Abstimmung der Ergebnisse"
    1. "Austausch von Betrieben" bei starker Streuung
    2. Datenlieferung mit "Reserve"
    3. Kriterien zur Gruppenbildung
    4. Willkürliche Gruppenstrukturen
    5. (25-50-25)

    6. Ermittlung des Standarddeckungsbeitrages "am Schreibtisch"

     


    Az utolsó módosítás: 2005.05.29.
    © miau